Tessa Müller

Man geht spazieren und sieht einen Schwan

Ein Werkstattgespräch mit dem Lyriker und Dramatiker Fitzgerald Kusz


Fitzgerald Kusz, 1944 in Nürnberg geboren, gehört zu den meistgespielten deutschen Theaterautoren und gilt als Pionier fränkischer Mundartdichtung. Er wurde unter anderem mit dem Kulturpreis der Stadt Nürnberg und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Gedichtband „Muggn“ beim Ars Vivendi Verlag.

lit: Herr Kusz, Sie sind Lyriker und Dramatiker, haben Drehbücher fürs Fernsehen geschrieben und Hörspiele. Was ist eigentlich Ihr Lieblingsgenre?

Fitzgerald Kusz: Lyrik, damit habe ich ja auch angefangen. Und ich habe das Gefühl, jetzt, da ich älter werde, rückt sie noch stärker in den Vordergrund. Das Drehbuchschreiben war oft sehr anstrengend und frustrierend, und wenn ich dann eine Zeit lang viel fürs Fernsehen gearbeitet habe, habe ich mich hinterher sozusagen immer wieder bei der Lyrik entspannt.

Durchgehechelter Alltagswahnsinn

lit: Wie entstehen Ihre Gedichte?

Kusz: Oft geht das über das Hören, über die Sprache, über Wendungen, gerade weil ich im Dialekt schreibe, so was wie:

„Wäi gäihts?/
Es mou scho gäih und selber?/
Wäis halt su gäiht, bis halt nimmer gäiht./
Es gäiht mall su odder su - Hauptsach, es gäiht.“

Man hechelt einfach diesen Alltagswahnsinn durch.

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Copyright © Tessa Müller – Apr 15, 2008