Jan Fischer

Wer hat den Mann mit dem Koks bestellt?

Bullen, Nutten, Ficken: Helge Timmerberg und Ronald Miehling schreiben zusammen ein Buch und erzählen alles noch einmal


Based on a true story. Das war die Tagline von “Blow”, und ist auch die Idee von Miehlings und Timmerbergs “Schneekönig”, und eigentlich ist alles dasselbe: St. Pauli. Hamburg. Amsterdam. Curaçao. Kolumbien. Bullen, Nutten, Ficken und: „Man braucht 400 Flaschen Champagner für eine Badewanne voll. Ich hab nachgezählt“.

Da und dort: prototypische Dealerlegenden

Würde man sich die Mühe machen, „Blow“ und „Schneekönig“ zu vergleichen, so käme man darauf, dass es dieselbe Geschichte ist, aber „Blow“ spielt wenigstens nicht in Deutschland, sondern in den USA und außerdem in den 70ern, nicht in den 90ern/2000ern.

Vielleicht liegt die Ähnlichkeit aber auch am Kokain. „Blow“ legt eine prototypische Kokain-Dealer Geschichte vor und „Schneekönig“ wärmt das alles noch einmal auf, nur eben zeitnäher: Da gibt es die tapsigen Anfänge, und, jaja, dort gibt es die verfickt größten Coke-Deals der Menschheitsgeschichte. Da gibt es Pablo Ecsobar, dort gibt es irgendeinen namenslosen Kolumbianer. Da gibt es George Jung, und dort gibt es Roland Miehling, auch „Blacky“ oder, aussagekräftiger, „Schneekönig“.

Es sind beides nicht einfach nur irgendwelche Dealer, es sind Dealer, die mit solchen Mengen operieren, oder operiert haben, dass es zur Legendenbildung reicht, aber das macht die Geschichten auch nicht besser. Irgendwann haben sie immer Geld im Überfluss, irgendwann reitet sie der Wahnsinn. Irgendwann werden sie erwischt. Irgendwann sitzen sie dann bis 2025 im Gefängnis, und aus die Maus.

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Copyright © Jan Fischer – May 15, 2008